#GrenzenlosEuropäisch Bustour

3 Wochen, 15 Städte, endlos viele Gespräche und Eindrücke! So lässt sich unsere #GrenzenlosEuropäisch Bustour im Rahmen der Europawahl 2019 beschreiben. Am 24. April starteten unseren beiden ehrenamtlichen Begleiter Stefanie Hock und Steffen Haake in Greifswald ganz im Nord-Osten der Republik. Über Frankfurt (Oder), Chemnitz, Weiden in der Oberpfalz und einigen weiteren Städten ging es bis Passau an der Deutsch-Österreichischen Grenze, wo die Tour am 11. Mai endete.

Mit unseren Aktionsständen und unserem markanten Europabulli sorgten wir in den Innenstädten für Aufmerksamkeit und konnten somit die Inhalte unserer Kampagne EuropaMachen an ein breites Publikum transportieren. Gleichzeitig kam uns als überparteilicher Verband zu Gute, dass wir für viele Menschen ein niedrigschwelliges Angebot bereithielten und sie sich bei uns einfach über die Europawahl informieren konnten. In den vielen Gesprächen konnten wir dabei auch ein paar Europamythen beseitigen. Beispielsweise konnten wir erklären, dass die EU im Bereich der Klimapolitik durchaus einiges tut oder dass sie sich eben auch mit krummen Gurken beschäftigt, wenn die Mitgliedstaaten oder Lobbyisten es fordern.

Über die Europawahl ins Gespräch kommen, informieren, mobilisieren – dafür fahren Steffen und Stefanie von Greifswald bis nach Passau

Neben unseren Aktionsständen auf den jeweiligen Marktplätzen mit Glücksspiel und großer Europakarte haben wir bei diversen Abendveranstaltungen auch das Gespräch mit Jugendverbänden und anderen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gesucht. So haben wir beim abendlichen Grillen gemeinsam mit der Landjugend Bayreuth mit der Europaabgeordneten Monika Hohlmeier über Agrarpolitik und eine Herabsetzung des Wahlalters diskutiert.

Dem Motto #GrenzenlosEuropäisch folgend, führte die Tour entlang der ostdeutschen Grenzen zu Polen und Tschechien. Wir wollten das Europagefühl in den Grenzregionen aufsaugen und greifbar machen. Leider mussten wir feststellen, dass auch 15 Jahre nach der EU-Osterweiterung die Grenzen in vielerlei Hinsicht recht deutlich spürbar sind. Besonders bildhaft wurde das im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien in Zittau. An dem Punkt, an dem man theoretisch in weniger als einer Minute über drei Ländergrenzen hinweggehen könnte, gibt es noch immer keine permanente Brücke über den Grenzfluss Neiße. Zum Europafest am 1. Mai hatte das THW eine provisorische Brücke errichtet, damit dieses wahrhaft europäische Gefühl spürbar wurde.

Abgesehen von einzelnen Leuchtturmprojekten wie die mehrsprachige und grenzüberschreitende „Schkola“ in Zittau berichteten uns die Menschen jedoch regelmäßig von Problemen. Dabei wurden insbesondere infrastrukturelle und sprachliche Hürden genannt. „Es ist schon sehr erstaunlich, dass schon fünf Kilometer vor und hinter der jeweiligen Grenze so gut wie niemand die jeweils andere Sprache spricht. Trotzdem ist für die meisten Menschen in Zittau Liberec in Tschechien die nächste Großstadt und nicht unbedingt Dresden. Hier hält die Politik oftmals nicht Schritt mit der Realität. Der grenzüberschreitende Nahverkehr muss dringend verbessert werden. Das war in allen Städten, die wir besucht haben, der Fall“, so Steffen aus unserem Busteam. Bei einem Gespräch mit Sachsens Europaminister Oliver Schenk in unserem Bulli haben wir diese Themen direkt angesprochen.

Zwischenstopp in Polen in der Nähe von Schwedt/Oder

Mit der Bustour haben wir gezielt Haltestationen in ländlichen Gebieten gewählt, um die Anliegen der Menschen dort aufzunehmen und sie gleichzeitig von den Vorzügen Europas zu begeistern. Für Stefanie war besonders ein Gespräch in Cham prägend: „Ein österreichisches Ehepaar befand sich dort im Urlaub. Während der Mann klar in rechtspopulistische Aussagen abrutschte, gelang es mir durch Gegenargumente, die Ehefrau, die aufmerksam zuhörte, davon zu überzeugen, dass ihr Mann nicht im Recht ist. Sie machte ihn dann darauf aufmerksam, dass er wohl manches nicht beachtet habe. Da wurde mir bewusst, dass man oft für stille Zuhörer spricht, die dann endlich etwas Anderes hören, als das, was ihr gewohntes Umfeld stets von sich gibt.“

Die Wahlergebnisse zur Europawahl zeigen, dass Engagement im ländlichen Raum weiterhin dringend notwendig ist. Daher werden unsere Anstrengungen hier nicht enden. Wir werden weiterhin auch in den Regionen, in denen die Wahlergebnisse derjenigen, die die EU abschaffen wollen, am höchsten sind, für unsere Vision eines geeinten und demokratischen Europas eintreten. Darüber hinaus werden wir die gesammelten Eindrücke an die Politik herantragen, damit Europa mobiler gemacht wird und die Menschen in den Grenzregionen zukünftig wahrlich grenzenlos leben können.

Die Stopps unserer Bustour

  • 24.04. Greifswald, Fischmarkt
  • 25.04. Neubrandenburg, Wochenmarkt / Eberswalde
  • 26.04. Schwedt/Oder
  • 27. – 29.04. Frankfurt (Oder)
  • 30.04. Spremberg
  • 01.05. Zittau
  • 02.05 Dresden
  • 03.05. Halle (Saale)
  • 04.05. Leipzig
  • 06. Mai: Chemnitz
    Aktionsstand vor dem Roten Turm
  • 07. Mai: Hof
    Aktionsstand von ca. 11.00 – 17.00 Uhr vor dem Rathaus
  • 08. Mai: Bayreuth
    Aktionsstand von 10.00 – 17.00 Uhr auf dem La Spezia Platz
    18.00 – 20.00 Uhr gemeinsame Aktion mit der Landjugend Oberfranken
    20.00 – 22.00 Uhr Gespräch mit Monika Hohlmeier und kommunalen Politikern
  • 9. Mai: Amberg
    EU und DU – Europafest auf dem Campus der OTH Weiden von 11.00 – 17.00 Uhr
  • 10. Mai: Cham
    Aktionsstand von ca. 10.00 – 17.00 Uhr auf dem Marktplatz
  • 11. Mai: Passau
    Aktionsstand von 11.00 – 17.00 Uhr
Silvia Behrens#GrenzenlosEuropäisch Bustour