„Mein erstes Mal Europawahl“

Europawahltagung in Kempen, Flensburg und Passau mit knapp 300 Erstwähler*innen

„Dein erstes Mal? – Wir klären auf!“ Unter diesem Motto standen die Europawahltagungen, die im Vorfeld der Europawahl 2019 an drei Standorten in Deutschland stattfanden. Normaler Unterricht war an diesen Tagen Fehlanzeige! Das außergewöhnliche Bildungsprojekt, das der überparteiliche Jugendverband die Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland e.V. an berufsbildenden Schulen durchführten, startete am 09. April am Rhein-Maas-Berufskolleg in Kempen (NRW). Es folgten die Besuche an der Eckener-Schule Flensburg am 25. April und an den Berufsschulen 1 und 2 in Passau am 6. Mai.

   

Stimmabgabe der Schüler*innen bei der 1. Probewahl

Die Europawahltagung wurde speziell für Erstwähler*innen konzipiert, also Schüler*innen im Alter von 18 Jahren aufwärts, die 2019 erstmals an der Europawahl teilnehmen dürfen. Das Ziel der Veranstaltungen war es, durch ungewöhnliche Methoden außerhalb des normalen Unterrichts auf die Europawahl aufmerksam zu machen, über diese aufzuklären, zu informieren und für die Teilnahme an der Wahl zu mobilisieren. An jeder Veranstaltung nahmen knapp 100 Schüler*innen teil. Ein Team von 12 jungen, hochmotivierten, ehrenamtlichen EuropaMacher*innen führte die Veranstaltungen in Kempen, Flensburg und Passau durch.

Nachdem am Morgen jeder Europawahltagung alle Teilnahmelisten unterschrieben, Goodie-Bags mit #EuropaMachen-Merch verteilt und Grußworte gehalten wurden, ging es richtig los. Bereits ganz zu Beginn mussten die Teilnehmenden in Kempen, Flensburg und Passau eine erste Probewahl auf Muster-Stimmzetteln durchführen. Die Ergebnisse sollten später mit einer zweiten Probewahl zum Abschluss der Tagung verglichen werden. Ob sich durch das vermittelte Wissen und den Austausch mit Vertreter*innen der Parteijugenden das Stimmverhalten der Schüler*innen am Ende wohl änderte? Dazu später mehr.

Zunächst ging es für die Teilnehmenden in kleinen Gruppen zum Europawahl-Basics-Workshop. Damit alle auf demselben Wissensstand sind, erarbeiteten die Teamer gemeinsam mit den Schüler*innen, was die EU eigentlich ist und wo uns „die EU“ im Alltag begegnet. Auch die EU-Organe wurden im Rahmen eines spielerischen Institutionen-Puzzles kurz thematisiert. Schließlich gestalteten die Erstwähler*innen Plakate zu grundlegend wichtigen Fragen zur Europawahl: Praktische Rahmenbedingungen, wie funktioniert das eigentlich mit der Wahl? Wen kann ich da denn wählen? Und: Eine Europawahl = wird überall gleich gewählt?

    

Im Europawahl-Basics-Workshop

Nach dem Basic-Workshop folgte der Europawahlparkour. Aufgeteilt in acht Kleingruppen durchliefen die Schüler*innen vier Stationen, um ihr neu erworbenes Wissen zu testen („Das große Wahlquiz“), Aussagen zu europapolitischen Themen den Parteien richtig zuzuordnen („Zitateraten“), sich über das Thema Wahlbeteiligung auszutauschen („Recht oder Pflicht?“) und ein eigenes Wahlvideo zu erstellen („Warum wählen? Dreh dein Wahlaufrufvideo!“). Der Wettbewerbcharakter jeder Station spornte die Schüler*innen zusätzlich an und so bereiteten sie mit ihrem hohen Engagement, ihrer Kreativität und dem Wille, ihre eigene Meinung zu vertreten und zu diskutieren auch den Teamern gewaltige Freude am Parkour.

   

Action beim großen Wahlquiz und „Action!“ beim Dreh der Wahlaufrufvideos

Nach einer ausgiebigen Mittagspause, in welcher Teilnehmende und Teamer in allen Städten mit einem leckeren Catering versorgt wurden, ging es am Nachmittag mit dem politischen Speeddating weiter. In Kempen sprangen hierfür die Teamer in die Rollen von Europawahlkandidat*innen der Parteien und stellten sich den Fragen der Schüler*innen. In Flensburg und Passau nahmen echte Vertreter*innen der Parteijugenden teil. Das Besondere an dem Speeddating war die begrenzte Zeit von 15 Minuten je Runde und der nahtlose Wechsel der Gesprächspartner zur nächsten Gruppe. Die Erstwähler*innen konfrontierten die jungen Politiker*innen mit Fragen zur Vision ihrer Parteien für die Zukunft der EU, Sicherheitsfragen, der Realisierbarkeit einer europäischen Armee, der Legalisierung von Cannabis, Umweltschutzthemen, Artikel 13 und vielem mehr.

Die tiefere Auseinandersetzung mit den Parteien und europapolitischen Themen zeigte auch Wirkung bei der abschließenden zweiten Probewahl: In Kempen hat sich die Stimmenverteilung deutlich verschoben. Auch bei den Europawahltagungen in Flensburg und Passau entschieden sich einige Schüler*innen anders als bei ihrer ersten Wahl. Wichtig ist zu betonen, dass es sich bei der Europawahltagung um ein überparteiliches Format handelte. Alle Teilnehmer*innen waren frei in ihren Entscheidungen. Das Wahlergebnis wurde am Ende rein objektiv präsentiert.

Wahlergebnisse der Europawahltagung in Kempen

 

Wahlergebnisse der Europawahltagung in Flensburg

 

Wahlergebnisse der Europawahltagung in Passau

 

Wir, das Kampagnenteam #EuropaMachen, möchten uns ganz herzlich bei den Lehrkräften der Veranstaltungsschulen, Teamern, Förderern und Unterstützern der Europawahltagungen bedanken. Besonderer Dank gilt den Ehrenamtlichen, die z.T. aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands für die Durchführung der Europawahltagungen angereist sind und dem Verein zur Förderung politischen Handelns (v.f.h.) aus dessen Feder das grundlegende Konzept der Europawahltagung stammt, welches wir weiterentwickeln und verwenden durften.

Stimmen der Teilnehmenden der Europawahltagungen 2019:

„Wir als Erstwähler haben alle auf jeden Fall ein besseres Bild der Parteien und können auf jeden Fall unsere Stimme sinnvoll abgeben.“

„Der Europawahlparkour war echt witzig und wirklich anders als normaler Unterricht, das fand ich echt ganz cool.“

„Ich bin schon froh, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben.“


Förderhinweis: Die Europawahltagungen aus dem Projekt „Europa Machen“ wurden von der Europäischen Union im Rahmen eines Förderprogramms für Kommunikation des Europäischen Parlaments kofinanziert. Weitere Unterstützung erhalten die Veranstaltungen vom Förderverein der Europa-Union Deutschland e.V.

Mit freundlicher Unterstützung vom Verein zur Förderung politischen Handelns.

Silvia Behrens„Mein erstes Mal Europawahl“

Related Posts